Samstag, 1. April 2017
Von der Idee zur Innovation
Ein Unternehmen mit einer guten Idee wird oft zum Angsthasen. „Wenn uns die Mitbewerber die Idee klauen machen die das Geschäft“, hört man dann. Also verschließen sich viele nach Außen und versucht es allein. Allein Fördermittel beantragen, allein entwickeln, allein testen, allein produzieren und allein auf den Markt bringen. Das kostet viel Kraft, dauert lange und bietet einige Fallen in die man hineintappen kann. Zum Beispiel:

Falle 1: Die Idee ist gut, aber der Nutzen (und die zusätzlichen Einnahmen) sind geringer als vorkalkuliert. Man bleibt auf den Entwicklungskosten sitzen, verringert über Jahre den Gewinn und verschlechtert die eigene Position am Markt.

Falle 2: Die Idee ist gut, kann aber auf Grund einer fehlenden Lösung für ein Detailproblem mitten Im Projekt nicht oder nur wesentlich später realisiert werden. Man merkt es zu spät und setzt viel Geld in den Sand. Der verringerte Gewinn verschlechtert die eigene Position am Markt.

Falle 3: Man beauftragt einen Berater. Dieser kostet berechtigterweise viel Geld und der hervorragende Förderantrag wird trotzdem nicht genehmigt. Man setzt viel Geld in den Sand. Der verringerte Gewinn verschlechtert die eigene Position am Markt.

Falle 4: Man glaubt an sein bestehendes Produkt, entwickelt nichts und wird von zwei Seiten zerquetscht: Von der einen Seite kommen die Mitbewerber mit kleinen Innovationen zum gleichen VK und von der anderen Seite Billiganbieter mit geringerer Qualität zum Schnäppchenpreis. Wer billig kauft, kauft zweimal, Dumme kaufen dreimal. Das nützt aber nichts, denn die Überlebenschancen sind gering.

Die Idee
Ideen gruppiere ich zu drei Arten von Innovationen:
  • Die Verbesserungsinnovation ist eine kleine Veränderung, die das Produkt ein bisschen smarter macht, die man bewerben kann und die dadurch den Verkauf etwas verbessert. Besteht bereits ein ähnliches Produkt am Markt, ist das Nachgemachte keine wirkliche Neuerung sondern lediglich eine Verbesserung eines Fremdproduktes. Eine Verbesserungsinnovation wird vermutliche keine Risiken bei der Entwicklung darstellen und ist somit nur in den seltensten Fällen förderfähig. Dies trifft in der Regel auf alle Softwareprodukte zu.
  • Eine Erweiterungsinnovation ist eine wesentliche Neuerung oder eine grundlegende Erweiterung, die einem Produkt oder einer Dienstleistung eine völlig neue Bedeutung gibt. Hierzu würde ich den Elektroantrieb von Kraftfahrtzeugen zählen. So eine Innovation birgt bei der Forschung und Entwicklung viele technische und wirtschaftliche Risiken, die besonders KMU davon abhalten können, auf Grund des Risikos, diese Innovation überhaupt zu beginnen. Genau für diesen Fall wurden in der Bundesrepublik Deutschland viele Förderprogramme aufgelegt. Der Staat übernimmt durch Zuschüsse für die Entwicklung teilweise ihr Risiko, wenn man den Prüfern beim Projektträger alles auf einfache Weise und plausibel erklären kann. Hierauf werden sich alle weiteren Betrachtungen meines Blogs beziehen.
  • Eine Radikalinnovation ist ein komplett neues Produkt, das es auf der Erde noch nicht gegeben hat (wie bspw. Facebook). Hiermit habe ich keine Erfahrungen und maße mir auch nicht an Tipps für Radikalinnovationen zu geben. Alle Arten von Ängsten scheinen hier jedoch berechtigt zu sein.
Die Innovation
Haben Sie ihre Erweiterungsinnovation komplett zu Ende durchdacht? Haben Sie die optimalen Komponenten oder Algorithmen und Methoden in der Planung? Können Sie alles allein durchführen? Kennen Sie den aktuellen Stand der Technik in der Wissenschaft zu diesem Thema? Kennen Sie Menschen für die das Produkte oder die Dienstleistung ein großes Problem löst?

Sollten Sie mindestens eine Frage mit Nein beantworten, dann brauchen Sie Unterstützung. Mein Tipp: Suchen Sie sich aus ihrem Netzwerk von Unternehmen, Organisationen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen innovative und vertrauensvolle Partner aus mit denen Sie die Probleme gemeinsam lösen. Immer wieder findet man Unternehmer/Unternehmen die kein innovatives Netzwerk haben. Wie konnten Sie bisher überleben?

Für mich ist eine Innovation eine gute Idee die auf den Markt gebracht wurde.

Was kann eine innovative Community (organisiert von Menschen, die diesen Job schon länger tun) für Vorteile bringen?

Vorteil 1: Jede Idee wird von vielen kritisch durchleuchtet. Man erhält neue Gesichtspunkte und ggf. Aspekte die zuvor nicht oder zu gering berücksichtigt wurden.

Vorteil 2: Man erhält technologisch-wissenschaftliche Unterstützung für bestimmte Vorgehensweisen, um diese ggf. besser zu lösen oder für weitere Innovationen zu öffnen.

Vorteil 3: Man beauftragt gemeinsam Innovationsmanager welche die Anträge schreiben, und bei der Community fest angestellt sind. Dann teilt man sich diese Dienstleistung mit vielen Unternehmen.

Vorteil 4: Man bringt ein Produkt mit Unterstützung auf den Markt, gibt es bisschen vom Kuchen ab und freut sich über den Erfolg und die neuen Chancen auf dem Markt.

Gemeinsam ist man stärker.