Freitag, 31. März 2017
Grundlegendes
Große Unternehmen beschäftigen Innovationsmanager die für sie unter anderem Fördermittel einwerben. Für sie gelten teilweise besondere Regeln. Deren Innovationsmanager kennen ihre Möglichkeiten und brauchen keine Unterstützung. Aus diesem Grund konzentriere ich mich nur auf die KMU (Kleinst-, kleinen und mittleren Unternehmen bis 10/50/250 Beschäftigte).

Die Anzahl der Beschäftigten ermittelt sich, je nach Förderrichtlinie, unterschiedlich. Mal zählt die Anzahl der Personen, mal die Jahresarbeitseinheiten (JAE). 1 JAE ist eine Vollzeitstelle. 10 Halbtags beschäftigte Mitarbeiter entsprechen 5 JAE.

Dieses kleine Beispiel nur für den Parameter Mitarbeiteranzahl lässt die Komplexität der Beantragung von Fördermitteln vielleicht schon etwas erahnen. Das erfolgreiche Beantragen von Fördermittel ist nicht simpel, denn eine Vielzahl von Faktoren bestimmt den Erfolg, unter anderem auch der Wettbewerb von Förderanträgen.

Als KMU ohne Erfahrungen bieten sich verschiedene Möglichkeiten der Antragstellung:
  • Ein Ingenieur mit kaufmännischer und technisch-fachlicher Erfahrung im Unternehmen wird auserkoren via Learning-by-doing die Anträge zu erstellen,
  • ein Beratungsunternehmen wird beauftragt den Antrag zu schreiben, oder
  • das KMU tritt einem Verband oder einer Genossenschaft bei, welche die Leistungen Antragserstellung, Projektmanagement und Antragsbegleitung anbietet.
Da die meisten KMU heute am globalisierten Markt teilnehmen und selten ein lokaler Monopolist sind, empfehle ich die letzte Möglichkeit, denn man lernt gleichzeitig auch andere KMU, Forschungseinrichtungen oder Hochschulen kennen, die weitere Möglichkeiten für Innovationen eröffnen.

Interessant ist auch immer der Aspekt der Veränderung der Nachfrage von Kunden, dessen frühzeitiger Erkennung und der Gegensteuerung durch innovative Angebote.

Egal aus welcher Veranlassung heraus man Innovationen entwickeln möchten, Fördermittel können dabei helfen, das Ziel schneller zu erreichen.

Nationale Förderung
Jedes nationale Förderprogramm hat ein bestimmtes grob umrissenes Thema zu dem Unternehmen (und Forschungseinrichtungen) ihre Ideen einreichen können. Jedes Programm hat einen Fördermittelgeber (i.d.R. Bundes- oder Landesbehörde) und einen Projektträger (betreuende Organisation). Der Fördermittelgeber entscheidet letztendlich welche Anträge genehmigt werden und welche nicht. Der Projektträger berät die Interessenten eines Förderprogrammes. Er gibtg in der Regel Auskunft, ob ein Vorhaben zu einem Förderprogramm passt. Er wird aber niemals bei der ein- oder zweistufigen Antragstellung behilflich sein.

Europäische Förderung
Die Europäische Förderung unterscheidet sich grundlegend von der nationalen Förderung. Die Förderung erfolgt in (Forschungs-)Rahmenprogrammen. Zurzeit läuft Horizon2020 im Zeitraum zwischen 2014 und 2020. In den sieben Jahren werden ca. 80 Mrd. EUR vergeben. Für KMU gibt es besondere Förderbereiche. Es werden für zwei Jahre bestimmte Topics benannt und thematische Calls ausgeschrieben. In der Regel sind es zweistufige Verfahren. Man bewirbt sich (in einem internationalen Konsortium) mit einer Skizze zu einem bestimmten Detailthema. Für jeden Call steht ein bestimmter Betrag zur Verfügung, der auf ein bis n Projekte verteilt wird. Die Skizzen werden bewertet und die besten Skizzen können einen Antrag stellen.

Verschiedene weitere Beiträge werde ich den Themen "Nationale Förderung" und "EU-Förderung" zuordnen.

Qualität und Glück
Selbst wenn man die perfekte Idee und einen perfekten Antrag eingereicht hat, muss man keinen Zuschlag für das Projekt bekommen. Je nach Programm liegt der Erfolgschance bei geschätzt 5 – 50% für einen perfekten Antrag.
Erfolgreiche und ausgezeichnete Netzwerke, getragen von Verbänden oder Vereinen, haben unter Umständen zusätzliche Pluspunkte, da ihre Leistungsfähigkeit einem Controlling unterworfen wurde.